Für die Bereiche Traumatherapie, Körpertherapie, Craniosacraltherapie und Bindung ist die Hand bzw. Berührung weit mehr als ein mechanischer Reiz. Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass Berührung direkt mit den Systemen für Sicherheit, Stressregulation, Bindung und emotionales Lernen verbunden ist.
- Berührung als biologisches Bindungssystem
Neben den bekannten Tastrezeptoren existiert ein spezielles System sogenannter C-taktiler Fasern (CT-Fasern). Diese reagieren besonders auf langsame, sanfte und warme Berührungen – etwa Streicheln oder haltenden Kontakt. CT-Fasern sind weniger für die genaue Lokalisation einer Berührung zuständig als für deren emotionale Bedeutung. Sie stehen in enger Verbindung mit Hirnregionen, die soziale Sicherheit, Bindung und Körperwahrnehmung verarbeiten. (PubMed)
Die Forschung beschreibt diese Form der Berührung als „affective touch“ (affektive Berührung). Sie unterstützt:
- Stressregulation
- soziale Verbundenheit
- Entwicklung von Bindungssicherheit
- Körpergefühl und Selbstwahrnehmung
- emotionale Regulation über das autonome Nervensystem (PubMed)