Die Craniosacraltherapie hat sich aus dem bekannteren Bereich der Osteopathie entwickelt. Drei Namen stehen an der Spitze der Entwicklung:
Andrew Taylor Still formulierte die 3 Prinzipien, auf denen die craniosacrale Arbeit fußt:
Sein Schüler Wilhelm Gardner Sutherland entwickelte die craniosacrale Arbeit weiter. Er entdeckte, dass die Schädelknochen entgegen der damals gängigen Lehrmeinung, nicht fest miteinander verwachsen. Sie zeigen eine Beweglichkeit, die durch die in den Gehirnventrikeln gebildete Gehirn- und Rückenmarks-flüssigkeit „angetrieben” wird. Sutherland formulierte zudem das Prinzip des „Atems des Lebens“. Dieser Atem des Lebens ist vergleichbar mit dem Qi in der asiatischen Medizin, dem Prana der indischen Lehren oder der “Vis vitalis” in der Homöopathie. Er trägt unsere Lebendigkeit und das Wissen um unsere Gesundheit. Wir unterstützen den Körper dabei, diese Lebenskraft frei fließen zu lassen.
Den Durchbruch in der medizinischen Welt erzielte letztlich John D. Upledger. Er verlies leider das Konzept des “Atems des Lebens” und suchte eine “wissenschaftliche” Grund-lage. Es gelang ihm, körperliches und seelisches Empfinden zu verknüpfen und bei Störungen wieder in Einklang zu bringen.
Mit der Craniosacraltherapie berühren wir alle Strukturen des menschlichen Körpers: Muskeln, Knochen, Faszien, die Organe, inklusive dem Gehirn, das vegetative Nervensystem und nicht zuletzt die im Körpe gespeicherten Erinnerungen.
Ein menschliches Grund-bedürfnis ist es, berührt zu werden. Sanfte Berührung stimuliert das Nervensystem, es beginnt, unsere “Glücks-hormone” Serotonin, Dopamin und Oxytozin auszuschütten. Wir fühlen uns geborgen und in Sicherheit und beginnen zu entspannen. Alle Systeme im Körper, neben dem Nervensystem ebenso das Hormon- und das Immunsystem, können sich regulieren und wieder ins Gleichgewicht kommen. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesundheit: wir sind resilienter gegenüber Krank-heiten, reagieren gelassener und empathischer gegenüber unserer Mitwelt, schlafen besser, sind konzentrierter und leistungsfähiger.
Auch vor, während und nach der Geburt bietet craniosacrale Arbeit eine wertvolle Unterstützung für Mutter und Kind. Sie fördert den Bindungsaufbau, erleichtert die Geburt und eventuell nach dieser vorhandene Blockaden und schafft so die Basis für einen verständnisvollen und liebevollen Umgang miteinander von Anfang an
Durch die mit den rein körperlichen Techniken ver-knüpften Methoden der Traumatherapie kann eine Lösung und Integration unver-arbeiteter Traumata erreicht werden. Dies gilt insbesondere auch für Erlebnisse, die aus vorbewussten Zeiten stammen: aus der Kindheit oder gar pränatal. Ebenso können anstehende Operationen, Geburten, Zahnarztbesuche oder ähnliches vorbereitet und danach das Nervensystem und körperliche Strukturen sofort wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, sodass erst gar kein Trauma entsteht.
(siehe auch Traumatherapie).
Durch die Craniosacrale Traumatherapie bekommt der Patient wieder Zugang zu sich, seinem Körper und seinen Gefühlen. Es entsteht ein neuer Kontakt zur Welt und eventuell auch eine neue Weltsicht. Dies schliesst eine spirituelle Orientierung ein.